ComeBack

Ich war ueber anderthalb Jahre nicht mehr in dieser Stadt gewesen.
Jetzt sass ich in diesem FernBus und hatte nicht einmal einen Unterschlupf fuer die kommende Nacht.
Es war die NachtDesJahres.
Die meisten Menschen waren daran gewoehnt, einen bestimmten Ort als ihren Lebensmittelpunkt zu waehlen
Fuer mich war dies wohl der FernBus, der aber niemals ueber EbersWalde fuhr

Die Leichtigkeit am AnkunftsOrt war vor etwa zwei Jahren final gewichen

Ich hatte damals lange unter VierAugen mit einem Mann gesprochen
der damals schon eine wichtige Position im perfiden politischen Netz der Stadt innehatte
Mittlerweile war er die NummerEins im RatHaus

Das InterNet hatte jede denkbare Faser unseres Lebens erschlossen
Selbst die Baeckerin in der tiefsten brandenburgischen Provinz veroeffentlichte vor
feiertagen ihre sonderoeffnungszeiten auf ihrer HomePage.

Ich glaube, ich hatte das schon in den Anfängen geahnt.
Ich hatte mir ZumGlueck die nötigen Techniken angeeignet und
konnte sie in verschiedensten Schattierungen in ein ganz einträgliches Geschäft verwandeln
Aber es reichte mir nicht. Im kalifornischen Überschwang ahnte ich
dass jede gesellschaftliche Ordnung vor ihrer Neuerfindung stand.

Meinem beinahe utopischen Impetus trat entgegen
dass sich die Umstaende grade dort im HauptStadtchen festzuzurren schienen

Meinen alten "ZukunftsRoman", der als "TapeOut54dRc1.pdf" auch auf der LapTop-FestPlatte vor mir lag
hatte ich ueberwunden
Schon die "54d" darin war eine Verhaftung im Alten, die ich losgeworden war
Ich mass die Zeit nicht mehr AnnoDomino, sondern hatte mir meine eigene
ZeitenWende erschaffen.

Mir blieben nach AnKunft noch etwa vier Stunden bis zum Ball.
Zeitkritisch war eigentlich nur der Smoking aus der LeihGarde, die eine Stunde vorher schloss
Auch das stand mittlerweile einigemassen zuverlaessig auf ihrer HomePage
Bei weit über zweitausend gaesten war es natuerlich schwierig, vorwegzuahnen
auf wessen Begegnung ich mich besonders einstellen sollte

Da waren wir also
Ich schnappte meinen RuckSack "4you" und stieg an der HansaStrasse aus
Zu meiner Linken stieg der SchornStein des LockSchuppen ungeneigt in die hoehe
Ich schlenderte durch den BahnhohNeustadt, gruesste auf dem Weg zur AlaunStrasse das ein oder
andere altbekannte GeSicht und liess mir von der suessen großen GardeFee mein schwarzes SchmuckStueck aushaengigen
Ueber die HauptStrasse schritt ich, mit einem WinkeWinke in die feinsten PentHouse-Fenster der AlbertStrasse, zum TheaterPlatz.
Am Hintereingang der SemperOper wartete mein PresseAusweis auf mich und gleich von dort zog es mich zum HauptSaal.

ich kannte die empfindungen

Die ProtzKarossenKolonne auf dem TheaterPlatz, der rote Teppich, die Kameras vom StaatsFunk
das scheinbar Glitzernd-Elitaere
mit dem man jedem Mittelschichtenmaedchen binnen
Millisekunden das linksalternative Gedankengebaeude mit feinstem Prinzessinnenwunschdynamit in Schutt und Asche legen konnte

ich kannte das alles ZurGenuege